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Die letzten Tage der Menschheit
Institutsübergreifende Produktion der Kunstuniversität Graz
Mumuth Graz, 2011

nach Karl Kraus

Regie: Hans-Peter Horner
Ausstattung: Studierende Bühnengestaltung

Eigene Beteiligung:
Design "Marsmobil" in Zusammenarbeit mit Evelin Arweck, Ursula Gaisböck,
                                     und Katharina Harden

Kostüme: Reporter, Mädchen mit Gasmasken

Über das Marsmobil:
Die abgenutzte, zerklüftete, narbige Oberfläche lässt auf ein verlassenes Industriegerät schließen, vielleicht auch auf ein liegen gebliebenes, deformiertes Panzerfahrzeug aus fruheren Kriegen, gezeichnet von längst vergangenen Kämpfen. Verfall und Unbehagen zugleich strahlt das Objekt aus, das wie ein gut getarntes Insekt in einem Winkel auf Beute lauert. Mit fortschreitender Handlung gewinnt die Maschine an raumbestimmender Präsenz. Im weiteren Verlauf wird der scheinbar feste, unzerstörbare Panzer immer hemmungsloser Stück für Stück zerstört, die ganze Maschine geschlachtet und ausgeweidet. Fragmente der Oberfläche werden herausgeklappt. Von dem ehemals geschlossenen, blockhaften Objekt bleiben lediglich zwei auf die Gerustkonstruktion reduzierte Hälften übrig, es ist ein Symbol des sittlichen und moralischen Verfalls einer Gesellschaft. Wir haben dem Objekt die Bezeichnung Marsmobil gegeben, da Karl Kraus selbst dieses Stück dem Mars zugeschrieben hat. Eigentlich jedoch ist dieser Name irreführend. Das Mobil stammt nicht vom Mars oder einem sonstigen außerirdischen Ort, sondern es repräsentiert einen höchst irdischen, zerstörerischen, ja todessüchtigen Teil aus dem Wesen der Menschheit selbst, und ist letztlich eine Mischung aus Trojanischem Pferd und Büchse der Pandora. Es ist ein von Menschen gemachtes Objekt, ein Symbol seiner ureigenen selbstzerstörerischen Tendenzen, die gerade auch im ersten Weltkrieg, dem Hintergrund des Stucks, stark an die Oberfläche treten. Es ist ein Kristallisationspunkt, an dem sich die kriegerischen Triebe, die tief in der Natur des Menschen verwurzelt sind, entzünden. Anfangs scheinbar harmlos, kontrollier- und uberschaubar, entfacht dieses Objekt mehr und mehr eine zerstörerische Dynamik in den Menschen, die alles und jeden in eine regelrechte Zerstörungswut reißt.  

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English:
About the "Mars-mobile"
The outworn, jagged and scarred, surface reminds of an abandoned industrial object or maybe of a remaining deformed military tank, marked by wars of long time ago. The object expires a sense of decay and unease at the same time. It appears like a disguised insect, hidden in a corner, which lurks for his quarry. As the plot progresses, the machine expands itself in space, the seemingly indestructible surface gets destroyed bit by bit, the hole machine gets exploited, disemboweled. Fragments of the surface swing out. What remains of the formerly closed, blocky object are two halves reduced to skeleton like constructions, a symbol of the ethical and moral decay of a society. We named the object "Marsmobil" because Karl Kraus himself attributes his play to Mars. But actually the name is delusive. The Object don't originates from Mars or another extraterrestrial place, but it represents a quite earthly, destructive part of the human nature itself, finally its an amalgam of Pandora's box and Trojan horse. Its a man-made thing, a symbol of its own self-destructive tendencies, which also emerged fiercely during the First World War, the background of Kraus' play. It's a focal point where martial drives which are rooted deep down in human nature catch fire. First seemingly harmless and manageable, the object more and more raises a destroyable dynamic inside human beings, which drags everyone and everything into an excessive lust for destruction.